IG Gegen Rasselisten e. V.

END BSL NOW!


 


Time to say goodbye...

Es hat sich seit längerer Zeit abgezeichnet, nun ist es so weit: die IG Gegen Rasselisten e. V. wird sich zum 31.12.2019 auflösen!

Leider ist es mir als Vorstand aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht mehr möglich, diesen Posten mit der entsprechenden Energie auszuführen. Aus diesem Grund stand ich für die Neuwahl in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung - eine Neubesetzung hat sich leider nicht gefunden.

Aus diesem Grund wurde in der heutigen Mitgliederversammlung beschlossen, den Verein zum 31.12.2019 aufzulösen.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die großartige Unterstützung bedanken! Diese Unterstützung hat es uns möglich gemacht, über Jahre viel Energie aufzubringen, und die Politik aufmerksam zu machen - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg...

In den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass es ein hartes Brot ist, Politiker zu überzeugen. Ein Unterfangen, welches ob der (in weiten Teilen) vorherrschenden Ignoranz sehr zermürbend ist...

Mit Schleswig-Holstein und Thüringen haben wir erlebt, dass es auch Erfolge im Kampf gegen die Rasselisten gibt - leider überwiegen die "Misserfolge" in Form der Tatsache, dass Bemühungen schlicht ignoriert oder mit Plattitüden abgewiegelt werden...

Als kleiner Verein mit etwas über 20 Mitgliedern wird es da sehr schwierig und ermüdend.

Wir denken, es ist in diesen Zeiten, in denen andere und viel größere Themen die Tage bestimmen, keine Möglichkeit vorhanden, ein kleines Thema (wie ein Hundegesetz) zu etablieren, so gut wie unmöglich.

Schade, aber man muss der Realität ins Auge sehen.

Der Abschied fällt uns schwer, aber es muss sein - vielleicht sieht man sich eines Tages mit neuen Ideen und in neuem Gewand wieder. Privat wird der Kampf gegen die Rasselisten immer weiter gehen!

Macht's gut!

Sylvia Köttner
1. Vorsitzende





Wie kam es zu Rasselisten?

Am 26. Juni 2000 kam es in Hamburg zu einem tragischen Vorfall: der kleine Volkan wurde von zwei Hunden, welche der Rasse Pit Bull zugehörten, tot gebissen. Dass die Hunde einem mehrfach einschlägig vorbestraften Kriminellen gehörten, und keineswegs das alltägliche Bild eines solchen Hundes abgaben, interessierte von den Verantwortlichen niemand.

Diese tragische Geschichte zog eine Flut an schnell zusammen gestrickten "Gefahrhundgesetzen" nach sich, welche in ihrer Intensität ihresgleichen sucht.

Die Politiker wollten die Medienhetze und das Entsetzen der Bürger mit eiligst erstellten Gesetzen beruhigen - und zogen dies auch entgegen aller Expertenmeinungen und Proteststürme unbescholtener Hundehalter durch. Die Einstellung der Politiker zu den so genannten "Kampfhunden" liess in ihrer Deutlichkeit an nichts fehlen - siehe hierzu "Kampfhundopfer Volkan - Protokoll eines vorhersehbaren Todes", ein Bericht des ARD-Magazins "Panorama" vom 13.07.2000.

 

Die vielen Experten-Meinungen, die unisono sagten, dass eine Rasseliste nicht zielführend wäre, um die Bevölkerung vor Angriffen durch gefährliche Hunde zu schützen, verpufften bis heute. Die Politik erließ Gesetze im Sinne der Gefahrenabwehr und zum Schutze der Öffentlichkeit. Bis auf Niedersachsen und Schleswig-Holstein halten alle Bundesländer bis heute an der rassespezifischen Gesetzgebung fest - auch wenn sich mittlerweile herausgestellt hat, dass sie nicht zielführend ist.

 

Wir wollen hier auf die Probleme der rassespezifischen Gesetzgebung aufmerksam machen und Modelle und Lösungsmöglichkeiten vorstellen, wie man die Gesellschaft vor Hundeangriffen schützen, und das wahre Problem lösen kann - und zwar durch die Bestrafung des verantwortungslosen Hundehalters, nicht durch das Verbot von Hunderassen!

 

Die Beißstatistiken der Bundesländer (so sie denn geführt werden) zeigen, dass die Anzahl der Hundebisse durch diese Gesetze nicht weniger geworden sind. Die in den Rasselisten geführten Hunde tauchen größtenteils nur in Einzelfällen in diesen Listen auf und in den wenigsten Fällen werden die Ursachen für den Beißvorfall ergründet.

 

Wir möchten erreichen, dass die Gesetze dahingehend geändert werden, dass nicht der Hund aufgrund seiner Herkunft (Rasse) in den Fokus gerückt wird, sondern der Hundehalter für sein Fehlverhalten, welches in den meisten Fällen ursächlich für Beißvorfälle ist, belangt wird.

 

Hierzu gibt es verschiedene Lösungsansätze, welche jedoch alle auf demselben Nenner beruhen: Sachkundige Schulung des Hundehalters VOR der Anschaffung des Hundes, gute Erziehung des Hundes mithilfe eines sachkundigen Trainers und Überprüfung NACH der Anschaffung des Hundes - und zwar für ALLE Hunde, unabhängig ihrer Rassezugehörigkeit.

 

Das Niedersächsische Hundegesetz (NHundG) und auch das Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG) aus Schleswig-Holstein zeigen, dass auch ohne eine Rasseliste eine vernünftige Regelung möglich ist - ohne dass die Zahl der Beißvorfälle ansteigt. Ebensolche Erfahrungen wurden in Kanada, in der Stadt Calgary gemacht - hierzu haben wir eine kleine Zusammenfassung zum Download eingestellt.

Das Calgary Modell
Die Stadt Calgary in Kanada hat es geschafft, die Zahl der Beißvorfälle auch ohne eine Rasseliste zu senken
Das Calgary Modell.pdf (78.75KB)
Das Calgary Modell
Die Stadt Calgary in Kanada hat es geschafft, die Zahl der Beißvorfälle auch ohne eine Rasseliste zu senken
Das Calgary Modell.pdf (78.75KB)

 

Bei Fragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung - bitte einfach das Kontaktformular nutzen. Bei der Nutzung des Kontaktformulars bitte unbedingt auf die Angabe einer korrekten E-Mail-Adresse achten - ansonsten ist eine Rückmeldung unsererseits leider nicht möglich.

 

Viel Spaß!